36. Meerfeld: Im Auge des Vulkans

Ein romantisches Dorf – ein idyllischer See? Vor rund 45.000 Jahren unvorstellbar!

Gewaltige Explosionen sprengen einen riesigen Krater in die Landschaft, immense Mengen Aschen werden zu einem Wall von 1,7 Kilometern Durchmesser aufgeworfen und Gesteinsmassen kilometerweit in die Umgebung geschleudert. Aber schließlich beruhigt sich der Vulkan und im Laufe der Zeit sammelt sich im Trichter Regen- und Grundwasser zu einem kreisrunden See. Nach einiger Zeit schafft es ein kleiner Bach, den Kesselrand zu durchbrechen, Gesteinsmaterial einzuschwemmen und dadurch
den See nach Norden abzudrängen. Auf dem Schwemmfächer entsteht viele tausend Jahre später um 1200 n. Chr. das Dorf Meerfeld.

Die kleine Dorfgemeinschaft lebt damals von der Erzgewinnung, der Fischerei im Maarsee und einer ertragreichen Landwirtschaft. Denn wo zunächst kein Leben möglich scheint, finden Pflanzen später ideale Bedingungen: Vulkanische Böden können Feuchtigkeit sehr lange speichern und sind ausgesprochen nährstoffreich. Um die Anbauflächen zu erweitern, wurde im 19.Jh. sogar der Seespiegel künstlich abgesenkt!


TIPP: Rund um den See führt ein etwa drei Kilometer langer Rundweg, an dem Sie die üppige Ufervegetation und die beeindruckenden Seerosenteppiche genießen können.