25. Dürres Maar: Arm & wertvoll

Im Unterschied zum kreisrunden See des benachbarten Holzmaars, ist das Dürre Maar seit seiner Entstehung vor etwa 20.000 Jahren zunehmend verlandet. 

Im Laufe der Jahrtausende entstand hier ein ganz besonderer Lebensraum: ein Hochmoor. Seine Mitte ist von einem schmalen Randsumpf (Lagg) umgeben. Nach starken Regenfällen zeichnet dieser Wasserring sehr schön die kreisrunde Form des Maarkessels nach. Das Hochmoor im Zentrum des Kessels wölbt sich wie ein Uhrglas leicht auf. Dafür verantwortlich sind die dichten Torfmoospolster, die oberhalb des Grundwasserspiegels

liegen und Wasser bis zum Zwanzigfachen ihres Trockengewichtes speichern können. Ein Hochmoor besteht zu 90 % aus Wasser und ist sehr nährstoffarm. Wer sich hier behaupten will, braucht also eine besondere Überlebenstaktik. Und so hat sich z.B. die seltene Moosbeere etwas Besonderes ausgedacht, um satt zu werden ohne zu ertrinken. Statt Wurzeln oder Stämme auszubilden, um Nährstoffe aufnehmen zu können, überzieht sie die Bulten wie ein feines Gespinst, das flach über die Torfmoospolster rankt. Auch ein Reihe seltener Tierarten, hat sich an die extremen Lebensbedingungen angepasst: Insekten wie Libellen und Schmetterlinge oder Brutvögel wie Braunkehlchen und Kiebitz leben hier. Und zur Zeit des Vogelzugs statten auch Sumpfohreule und Graureiher, dem Dürren Maar einen Besuch ab.

Vor rund 20.000 Jahren entstand entlang einer Spalte in der Erdkruste ein vulkanisches Dreigestirn: Holzmaar, Dürres Maar und Hetsche Maar. Für das jüngste der drei etablierte sich im Laufe der Zeit der Name Holzmaar, denn das Maar half maßgeblich, die Wasserversorgung der nahe gelegenen Holzmühle zu sichern: Der Maarkessel diente dazu, das künstlich gestaute Wasser des Sammetbaches aufzunehmen. Ein wenig weiter nordwestlich zeigt sich mit dem verlandeten Maarkessel des Dürren Maares ein vollkommen anderes Landschaftsbild. Sein Name gilt auch als Sammelbegriff für alle Maare, die nicht mehr wassergefüllt – also dürr – sind. Heute bedeckt ein seltenes, noch im Wachstum befindliches Hochmoor das fast kreisrunde Maar. Das älteste der drei – das Hetsche Maar – heißt im Volksmund seit jeher „et Hetschemäärchen“. Warum aus dem Maar ein „Määrchen“ wurde, liegt nahe: Mit einem Durchmesser von nur 60 Metern ist es das kleinste aller Eifelmaare. Durch seine geringe Größe verlandete es schnell. Das wertvolle Feuchtbiotop bietet heute Heimat für Kröten und Frösche. Das wusste auch die einheimische Bevölkerung und benannte das kleine Maar einfach nach seinen Bewohnern: „Hetsch“ heißt im örtlichen Platt „Kröte“.