33. Papenkaule: Magma auf Abwegen

Eigentlich müsste hier ein Berg sein. Oder zumindest ein Hügel. Aber genau das Gegenteil ist hier zusehen: eine Senke! Denn es ist etwas dazwischen gekommen, damals vor einigen Zehntausend Jahren.

Eigentlich läuft zunächst alles ganz planmäßig für den jungen Vulkan. Glühend heißes Magma steigt aus rund 70 Kilometern Tiefe auf. Es bildet sich ein Schlot, der Druck des Magmas ist gleichmäßig und erste Lavafetzen beginnen, an der Erdoberfläche den Kraterrand aufzuwerfen. Das hätte nun eine ganze Zeit lang so weiter gehen können und Stück für Stück hätte sich ein gleichmäßiger Vulkankegel gebildet. Aber plötzlich passiert es: Der Lavastrom versiegt, kein glutflüssiges Gestein gelangt mehr an die Erdoberfläche und dem Vulkan ist der Hahn abgedreht. Was ist denn da geschehen?

Die Lava hat kurz vor dem Ziel einfach einen anderen Weg genommen! In einem unterirdischen Karsthöhlensystem wird der Strom abgeleitet und tritt erst rund 300 Meter weiter an einem Hang, an der Hagelskaule, ins Freie, wo er ins Tal der Kyll fließt. Und so gelangt der junge Vulkan zu Berühmtheit. Denn dies ist in der gesamten Eifel der einzige Ort, an dem ein Magmastrom seinen Schlot seitlich verlässt um sich in der Höhle eines Karstflusses ein „neues Bett“ zu suchen.