18. Ulmen: Junger Heißsporn

Das Ulmener Maar ist mit seinen 10.900 Jahren der jüngste Vulkan Deutschlands. 

Betrachtet man die gesamte Erdgeschichte als Zeitraum von 24 Stunden, so ist erst ein Augenblick vergangen, seitdem hier glühend heißes Magma aus einer Tiefe von etwa 60 Kilometern aufstieg. Was sich zunächst langsam und träge seinen Weg bahnt, wird urplötzlich hochexplosiv! Sobald das Magma aus dem Erdinneren auf Grundwasser trifft, kommt es zu äußerst heftigen Explosionen, bei denen das Wasser schlagartig verdampft.

Audiodateien zum Ulmener Maar:

Für Erwachsene:


Für Kinder & Jugendliche:

Die extremen Druckwellen dieser Explosionen zerrütten das umgebende Gestein, welches entlang des Explosionsschlotes ausgeworfen wird und an der Oberfläche einen ringförmigen Wall aus vulkanischen Lockergesteinen (Tephra) auftürmt.

In den in der Tiefe freigesprengten Hohlraum brechen die darüber lagernden Gesteinsschichten ein und der typische Maartrichter entsteht. Als sich die Situation beruhigt beginnt die Füllung des Kraters durch Niederschlags- und Grundwasser. Es bildet sich ein Maarsee. Charakteristisch für Maare ist, dass sie stets in die Landoberfläche eingesenkte Hohlformen darstellen. Jenseits der Kirche, wenige Meter entfernt von hier, sind die Schichten der beim Ausbruch ausgeworfenen Gesteine gut zu erkennen.