22. Pulvermaar: Moor, Berg, See

Das Pulvermaar gehört zu einer Vulkangruppe, die ein wenig südlich von hier beginnt. 

Magma drängt durch einen Schlot nach oben und trifft unterirdisch auf Grundwasser. Heftige Wasserdampfexplosionen reißen darüber liegende Schichten des Grundgebirges in die Höhe. Durch zurückstürzendes und nachbrechendes Gestein entsteht ein kegelförmiger Einbruchstricher – das Strohner Märchen. An dessen nordwestlichen Rand steigt bald darauf erneut Magma auf. Diesmal trifft es nicht auf Grundwasser, sondern wird als Lava herausgeschleudert und türmt sich zu einem heute 65 Meter hohen Kegel auf – dem Römerberg. Das Strohner Märchen am Fuß des Römerbergs verlandet allmählich und ist heute ein Hochmoor mit einzigartiger Pflanzen- und Tierwelt. Als letztes Glied in der Kette entsteht das Pulvermaar. Im Nordwesten bildet sich ein neuer Förderschlot und führt zu den gewaltigsten Explosionen der Vulkangruppe. Wieder trifft Magma unterirdisch auf Wasser

und sprengt einen Hohlraum aus. Als die darüber liegende Gesteinsschicht einbricht, entsteht ein ehemals 200 Meter tiefer Krater. Nach und nach rutscht das zerrüttete Gestein des Kraterrandes ab und legt sich auf den erloschenen Schlot. Dennoch ist das Pulvermaar mit 74 Metern der tiefste aller Eifelseen. Rund um das Maar zeigt sich, was der Vulkan einst herausgeschleudert hat: Sein an die 20 Meter mächtiger Wall aus vulkanischen Lockergesteinen (Tephra) ist noch heute fast vollständig erhalten und kann auf einem Rundweg erkundet werden.

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Karte zu Pulvermaar