24. Holzmaar: Wetterbericht aus Schlamm

„Und wie war das Wetter?“, ist eine Standard-Urlaubsfrage, die wir leicht beantworten können. 

Viel schwieriger wird es allerdings, wenn wir weiter zurückgehen müssen, als unsere Wetterarchive zeigen können. Im Schlamm des Holzmaars sind Wissenschaftler des Geoforschungszentrums Potsdam dem Ur-Wetter auf der Spur. Der Maarboden liefert ihnen hierfür ein wertvolles Archiv, denn seit Jahrtausenden sammelt er alles, was im See lebt oder hineingespült wird. Da Algen in hohem Maße von Wassertemperatur und Sonneneinstrahlung abhängig sind, können Wissenschaftler nun anhand der Menge der Algenreste und deren Arten ablesen, ob diese zu warmen oder kühlen Zeiten gelebt haben. Auch der Zeitpunkt, ab dem der Mensch hier siedelte, spiegelt sich auf dem Seegrund wider.

Aufforstung, Abholzung und Landwirtschaft haben die Materialien und Nährstoffe, die ins Maar gespült werden, verändert. Die Uhr des Maarbodens sind die so genannten „Warven“. Sie lassen sich an typischen Ablagerungen der verschiedenen Jahreszeiten erkennen und bilden zusammen ein Jahrespaket. Zählt man die Warven ab, lässt sich relativ genau bestimmen, aus welcher Zeit die Schlammpartikel stammen. Über 15.000 Jahre schauten die Wissenschaftler bisher am Holzmaar in den „Wetterbericht aus dem Schlamm“ zurück.

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Karte zu Holzmaar